Echte Journalisten bringen den Fall Quemados und Erfahrungen aus der Diktatur auf die Bühne des Teatro Camilo Henríquez

Das Stück "Crónicas de reporteros" mit den Journalisten Orlando Milesi, Carmen Mera und Julio Salviat wird am 10. und 12. September im Teatro Camilo Henríquez (Amunátegui 31) aufgeführt. Es ist Teil des Zyklus der Erinnerung, der zusammen mit "Escenas de población en resistencia" den Militärputsch von 1973 gedenkt.

Echte Journalisten bringen den Fall Quemados und Erfahrungen aus der Diktatur auf die Bühne des Teatro Camilo Henríquez

Originalbeitrag: Periodistas reales llevan el Caso Quemados y otras vivencias en dictadura al escenario del Teatro Camilo Henríquez


„Zwei junge Menschen wurden während einer Demonstration in der Estación Central verbrannt“, lautete die Schlagzeile, die am Morgen des 2. Juli 1986 in Radio Chilena verlesen wurde, als der Journalist Orlando Milesi einen Anruf erhielt und über den Angriff auf zwei Jugendliche durch eine Militärpatrouille informiert wurde.

Auf der Suche nach Bestätigung wandte sich das Team an einen Priester aus der Umgebung, der den Vorfall bestätigte. Stunden später intervenierte Milesi bei dem Arzt Jorge Villegas, um einer der Opfer, Carmen Gloria Quintana, das Leben zu retten.

Diese aufschlussreiche Erfahrung über den bekannten Fall Quemados — bei dem das andere Opfer, Rodrigo Rojas de Negri, nicht überlebte — ist eine der zentralen Erzählungen von Crónicas de reporteros, einem Stück, das am 10. und 12. September im Teatro Camilo Henríquez im Rahmen des Zyklus der Erinnerung aufgeführt wird, der an den Jahrestag des Militärputsches von 1973 erinnert.

Die Tickets sind bereits auf Ticketplus.cl erhältlich.

Die Geschichte wird durch das Zeugnis von Orlando Milesi rekonstruiert, der zusammen mit anderen Journalisten der damaligen Zeit, Carmen Mera und Julio Salviat, auf die Bühne geht, um ihre beruflichen Erfahrungen während der Militärdiktatur bis in die 90er-Jahre zurückzuholen.

Die Berichterstattung über die Überschwemmung im Stausee El Cobre mit Präsident Eduardo Frei Montalva, die Berichterstattung im Maracanã, als Colo-Colo Botafogo 1973 besiegte, oder das erste klassische Konzert in der Antarktis sind einige der Geschichten, die in dem Stück wieder aufgegriffen werden.

Für Marcelo Salinas, den Regisseur des Stücks und Verantwortlichen für das Drehbuch, war eine der größten Herausforderungen, „fast 50 Jahre Geschichte und journalistische Arbeit in einem kleinen Werk von 45 Minuten zusammenzufassen“.

Der Prozess stützte sich auf persönliche Interviews, Aufnahmen und Transkripte ihrer Zeugenaussagen. „Die Tatsache, dass es sich um drei Journalisten und nicht um professionelle Schauspieler handelt, verleiht der Leistung eine emotionale Reise, die das Publikum tief berührt“, fügt Salinas hinzu.

Das Ergebnis ist ein Rückblick auf verschiedene Epochen des chilenischen Journalismus: Julio Salviat erinnert sich an seine ersten Arbeiten bei La Nación, seinen Weg durch die Zeitschrift Estadio und die technologische Entwicklung, die den Beruf veränderte; Carmen Mera rekonstruiert ihre Laufbahn bei El Diario Ilustrado, La Prensa, Kanal 9 und der Agentur Orbe sowie ihre spätere Verbindung zum Theater; während Orlando Milesi seine Erfahrungen im populären Journalismus, seine Arbeit während der Diktatur und Episoden wie die Berichterstattung über den Fall Quemados in Erinnerung ruft.

Lebendige Erinnerung

In dieser Ausgabenreihe setzt der Zyklus der Erinnerung im Teatro Camilo Henríquez auf unkonventionelle Formate, die historische Erinnerungen auf Basis von Archiven und realen Ereignissen inszenieren.

In diesem Rahmen wird auch Escenas de Población en Resistencia aufgeführt, ein Stück, das von Patricia Artés geleitet wird und am 3., 4. und 5. September im Zyklus startet, wie El Ciudadano kürzlich berichtete.

Die Vorschlag, durchgeführt von der Gesellschaft Plataforma Escena Crítica y Memoria, ist eine szenische Untersuchung, die den Theatralen Ausdruck, der während der Militärdiktatur im populären Umfeld entstand, wiederbelebt, geschaffen aus gemeinsamen Öfen, Barrikaden und gemeinschaftlicher Organisation außerhalb der traditionellen Bühnen.

Beide Werke nutzen Elemente des Dokumentartheaters und Formate, die Nähe zur performativen Konferenz aufweisen — das Vorlesen von realen Zeugenaussagen, Projektionen aus historischen Archiven und klangliche Aufzeichnungen — sowie Musik, die speziell zur Aktivierung der sensorischen Erinnerung auf der Bühne geschaffen wurde.

So rekonstruieren diese Inszenierungen nicht nur die Vergangenheit durch fiktive Charaktere, sondern wecken ein bis jetzt schlafendes Gedächtnis, das entscheidend für das Verständnis der Gegenwart ist.

Im Fall von Crónicas de reporteros wird die Krise, die der Journalismus und die Demokratie derzeit durchleben, deutlich.

„Es ist sehr wichtig, diese Geschichten heute hervorzuheben, in einem Kontext, in dem die Wahrhaftigkeit der Informationen ständig durch Fake News in Frage gestellt wird. Julio, Orlando und Carmen sind ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Journalismus vor der digitalen Ära und in entscheidenden Momenten des Landes betrieben wurde, und sie bewahren das Engagement für Wahrheit und menschliche Würde unverfälscht“, merkt Salinas an.

Koordinaten

10. und 12. September
Teatro Camilo Henríquez
Amunátegui 31, Santiago
(Metro La Moneda)
Donnerstag um 19:30 Uhr
Samstag um 16:00 Uhr
Karten:
Erhältlich an der Theaterkasse (1 Stunde vor der Vorstellung) und über Ticketplus.cl
Preise: $5.000, regulär – $3.000 für Studenten und Senioren.

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