Originalbeitrag: A la calle en pleno invierno: Inminente desalojo del Albergue 81 Razones de La Pintana
Kältedrama in Santiago: Albergue 81 Razones vor drohendem Räumungsbefehl
In den kältesten Monaten des Jahres hängt eine bürokratische Bedrohung über 12 obdachlosen Menschen, die endlich ein Dach über dem Kopf gefunden haben. Das Albergue 81 Razones, ein durch Solidarität und Eigeninitiative entstandener Raum in der Gemeinde La Pintana, sieht sich einem bevorstehenden Räumungsbefehl gegenüber, der droht, seine Bewohner in der kritischsten Zeit des Winters wieder ins Freie zu zwingen.
Das refugium wurde von dem Aktivisten und Anwohner der Gemeinde, César Pizarro, gegründet, der die Organisation „81 Razones“ ins Leben rief. Der Name ist nicht zufällig gewählt: Es entstand als Ort des Gedächtnisses, des Kampfes und der Würde zum Gedenken an die 81 Insassen, die beim tragischen Brand im Gefängnis San Miguel im Jahr 2010 ihr Leben verloren.
Was als Suche nach Gerechtigkeit begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einem sozialen Unterstützungsnetzwerk entwickelt, das heute die Verwundbarsten durch Selbsthilfe und Gemeinschaftsspender unterstützt.
Der Konflikt um das Grundstück
Das Gebäude, das heute dieser Gruppe Schutz, Nahrung und Wärme bietet, befindet sich auf einem Grundstück, das dem Wohnungs- und Urbanisierungsdienst (Serviu) gehört, in der Pedro Prado Straße, in der Siedlung Pablo de Rokha.
Laut der Bodenklassifizierung ist der Ort für die Errichtung von „Gemeinschaftseinrichtungen“ vorgesehen. Allerdings betont César Pizarro, dass die Dringlichkeit der Räumung keinen praktischen Sinn ergibt.
Nach Angaben des Führers gibt es derzeit kein offizielles Projekt oder eine Ausschreibung, die die sofortige Räumung des Geländes rechtfertigt: „Sie wollen uns rausschmeißen, um das Grundstück liegen zu lassen“, ist das zentrale Anliegen des Albergue.
Die Ironie ist für die Nachbarn und Freiwilligen offensichtlich: einen Raum zu zerschlagen, der heute eine aktive soziale Rolle erfüllt, indem er vernachlässigten Menschen Nahrung und Schutz bietet, nur um einen verwahrlosten Ort zu hinterlassen, der auf ein Projekt wartet, das noch kein Startdatum hat.

Ein direkter Aufruf an das Ministerium
Die Gefahr, dass 12 Menschen wieder auf den Straßen von Santiago schlafen müssen, ausgesetzt an Regen und subzero Temperaturen, hat die Alarmglocken der Gemeinschaft läuten lassen. In diesem dringenden Kontext hat César Pizarro beschlossen, seine Forderung direkt an die Zentralregierung zu richten.
Der Gründer des Albergue hat einen öffentlichen und direkten Aufruf an den Minister für Wohnungsbau und Urbanismus, Iván Poduje, gerichtet und um sofortige Intervention gebeten, um die Maßnahme zu stoppen. Die Anfrage der Stiftung 81 Razones ist klar: Einberufung eines Dialogs, um eine Wohnlösung zu suchen oder zumindest eine vorläufige Belegungsgenehmigung, die gewährleistet, dass diese 12 Personen den Herausforderungen des Winters nicht auf der Straße gegenüberstehen müssen, während der Staat die Zukunft des Grundstücks definiert.
„Die Menschen von der Straße zu holen, ist eine mühsame und zeitintensive Aufgabe. Die Brüder, die im Albergue sind, haben Suchterkrankungen überwunden und reintegrieren sich in verschiedene Arbeitsbereiche. Ihr Aufenthalt hier hat ihnen gut getan. Es schmerzt uns, uns vorzustellen, dass all diese soziale Hilfe verloren gehen könnte und sie wieder auf dem Bürgersteig schlafen müssen, gerade jetzt, wo die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen. Sie sind keine Abfälle: Sie sind Menschen“, betonte Pizarro.
Während die Bürokratie voranschreitet, organisieren die Menschen im Albergue 81 Razones weiterhin Gemeinschaftsessen und sammeln warme Kleidung, in der Hoffnung, dass gesunder Menschenverstand und Empathie einen Räumungsbefehl aufhalten, der, so warnen sie, fatale Folgen haben könnte.
„Obdachlose Menschen sterben aufgrund der Kälte. Das ist die Wahrheit“, schloss César Pizarro.
Wir werden weiterhin berichten.
