Originalbeitrag: Lo que la Encuesta Brecha Pública calla: La corrupción del poder está en Chile y la ciudadanía debe movilizarse
Von Leopoldo Lavín Mujica
Die Brecha Pública Umfrage UCEN-Qualiz zeigt eine besorgniserregende Kluft zwischen der Zivilbevölkerung und der politischen Welt: Beide scheinen in unterschiedlichen Realitäten zu leben und setzen verschiedene Prioritäten für die Probleme des Landes.
Besonders alarmierend ist, dass inmitten der wiederholten Skandale, die öffentliche Institutionen betreffen, Integrität und Korruption nicht den Stellenwert einnehmen, die sie auf der nationalen Agenda haben sollten.
Chile scheint sich daran gewöhnt zu haben, mit Korruption zu leben, als ob es sich um eine unvermeidliche Folge isolierter Fälle handelt. Ermittlungen, Einflussnahme, Interessenkonflikte, Unregelmäßigkeiten bei Ausschreibungen und unzulässige Verbindungen zwischen Geld und Macht tauchen regelmäßig in den Nachrichten auf, verschwinden jedoch schnell aus dem politischen Diskurs.
Die Korruption ist präsent; was fehlt, ist ein nachhaltiger politischer Wille, sie zu bekämpfen.
Die Ironie wird noch schwerwiegender, wenn die Umfrage selbst eine tiefe Distanz zwischen der Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen feststellt. Wenn die Politik nicht in der Lage ist, die echten Sorgen der Gesellschaft zu erkennen, kann sie auch Integrität nicht zu einer nationalen Priorität machen.
Das Problem beschränkt sich nicht nur darauf, wie viel gestohlen wird oder wer möglicherweise ein Verbrechen begeht: Es ist das Vertrauen, das in die Institutionen verloren geht, die dafür zuständig sind, im Namen aller zu repräsentieren, zu verwalten und Gerechtigkeit auszuüben.
Nationale Medien veröffentlichten am 8. Januar 2026 die Ergebnisse einer Ipsos-Studie, die alle Alarmglocken läuten lassen sollte: 57% der Befragten sehen Korruption als das Hauptproblem der Justiz, weit vor der Langsamkeit der Verfahren (39%) und dem Mangel an Aufsicht oder Prüfung von Richtern und Urteilen (32%).
Besorgniserregender noch: 78% glauben, dass richterliche Entscheidungen von Personen mit Macht und Geld beeinflusst werden, während 66% politischen Druck von Parteipolitikern wahrnehmen.
Aktuelle Vorfälle verdeutlichen, warum Integrität kein Nebenthema mehr sein kann.
CIPER berichtete am 27. August, dass 5 Minister des Obersten Gerichtshofs einen direkten Vertrag über 26.889 Millionen mit einem Bauunternehmen genehmigt haben, dessen Angebot am selben Tag in einer Ausschreibung abgelehnt wurde. Der Fall wirft erneut Fragen zu den Beschaffungsmechanismen der Verwaltungsbehörde des Justizsystems und den internen Kontrollen des höchsten Gerichts auf. Es ist nicht angemessen, vorzeitig strafrechtliche Verantwortlichkeiten zuzuordnen, jedoch sind öffentliche Erklärungen und strenge Kontrollen gefordert.
Dieser Vorfall ist Teil einer Vertrauenskrise, die das Justizwesen bereits stark getroffen hat. Die Fälle, die Minister des Obersten Gerichtshofs und die Ermittlungen zu Einflussnahmen und Ernennungen betreffen, haben gezeigt, dass Korruption und Interessenkonflikte kein Problem sind, das ausschließlich die Parteipolitik betrifft.
Wenn die Verdachtsmomente diejenigen erreichen, die für die Verwaltung der Gerechtigkeit zuständig sind, muss die Forderung nach Transparenz umso größer sein: Niemand kann über der bürgerlichen Kontrolle stehen.
Deshalb ist es unzureichend zu erwarten, dass die politischen Parteien spontan die Korruption in den Mittelpunkt ihrer Prioritäten stellen. Die Erfahrung zeigt, dass die Empörung steigt, wenn ein Skandal ausbricht, und wieder abnimmt, wenn die Kameras ausgehen.
Integrität muss zu einer dauerhaften Bürgerforderung werden, die über parteiliche Grenzen hinausgeht: Transparenz, Rechenschaftspflicht, effektive Kontrolle von Interessenkonflikten und wirkliche Sanktionen für Machtmissbrauch.
Die Bürger haben daher eine Aufgabe, die sie nicht delegieren können. Es ist notwendig, eine Bürgerbewegung für Integrität zu schaffen, die das Problem in die öffentliche Diskussion einbringt und konkrete Antworten von denjenigen verlangt, die Machtpositionen innehaben.
Das erfordert demokratische Mobilisierung: soziale Organisationen, Gewerkschaften, Universitäten, Berufsverbände und Bürger, die öffentlichen Druck ausüben, um zu verhindern, dass die Korruption in den Schweigen zurückgedrängt wird.
Die Umfrage Brecha Pública sollte demnach ein Alarmzeichen sein. Wenn es eine Kluft zwischen der Zivilgesellschaft und der Macht gibt, muss deren Schließung auch die Konfrontation mit dem beinhalten, was die Macht anscheinend nicht diskutieren möchte: Korruption und das Fehlen von Integrität.
Chile braucht keine vorübergehende Empörung nach jedem Skandal. Es braucht Abgeordnete und Senatoren, die sich gegen die Korruption zusammenschließen, aber vor allem benötigt es eine organisierte Zivilgesellschaft, die die Integrität zu einer ständigen und demokratischen Forderung macht und die Macht zwingt, endlich Rechenschaft abzulegen.
Leopoldo Lavín Mujica
