Mapuche-Gemeinschaften fordern Untersuchung von Staatsanwalt Velásquez wegen Rassismus und Verleumdung nach Freispruch von Lonko Ñirripil

Die Mapuche-Gemeinschaften von La Araucanía haben den Staatsanwalt Ángel Valencia aufgefordert, eine administrative Untersuchung gegen Staatsanwalt Miguel Velásquez Droguett durchzuführen. Dieser wird wegen Missbrauch öffentlicher Mittel, Verleumdung und Rassismus angeklagt, nachdem Lonko Guillermo Ñirripil von den Vorwürfen des Raubes mit Einschüchterung und der Erpressung freigesprochen wurde.

Mapuche-Gemeinschaften fordern Untersuchung von Staatsanwalt Velásquez wegen Rassismus und Verleumdung nach Freispruch von Lonko Ñirripil

Originalbeitrag: “Criminalización paralela”: Comunidades mapuche solicitan al fiscal nacional investigar a fiscal Velásquez por racismo y difamación tras veredicto caso lonko Ñirripil


Mapuche-Gemeinschaften werfen Staatsanwalt Velásquez Verleumdung und Rassismus vor: Offener Brief an den Staatsanwalt der Nation

Traditionelle Behörden, Angehörige und Mapuche-Gemeinschaften aus verschiedenen Gemeinden in La Araucanía haben einen offenen Brief an den Staatsanwalt der Nation, Ángel Valencia Vásquez, gerichtet. Sie fordern eine administrative Untersuchung gegen den stellvertretenden Staatsanwalt Miguel Velásquez Droguett, den sie wegen Verstoßes gegen die Grundsätze der Objektivität, Nichtdiskriminierung und Missbrauch öffentlicher Mittel beschuldigen.

Der Brief, der nach dem Freispruch im Fall des Lonko Guillermo Ñirripil verfasst wurde, erhielt Unterstützung von 21 Mapuche-Gemeinschaften aus Lautaro, Curacautín, Perquenco, Victoria, Lonquimay und Padre Las Casas.

Der Freispruch des Lonko und die Strategie der Staatsanwaltschaft

Der Lonko Guillermo Ñirripil, eine traditionelle Autorität, verbüßt eine Strafe von fünf Jahren und einem Tag im Fall RIT 508-2023. Vom 1. bis 9. Juli 2026 fand ein zweiter Prozess (RIT 133-2025) wegen Raub mit Einschüchterung und zweier extortionistischer Delikte statt, wofür die Staatsanwaltschaft 22 Jahre Gefängnis forderte. Am 9. Juli jedoch sprach das Strafgericht Temuco den Lonko von allen schwerwiegenden Anklagen frei, stellte nur das Delikt der Drohung fest, dessen strafrechtliche Folgen am 20. Juli bekannt gegeben werden sollen. Der Brief weist darauf hin, dass Staatsanwalt Velásquez «Beweismaterial aus dem vorhergehenden Prozess instrumentalisiert und wiederverwertet» habe, um ihn als «Gewohnheits-Erpresser» zu kennzeichnen.

Die Beschwerde wegen Verleumdung und Missbrauch öffentlicher Mittel

Die zentrale Sorge der Gemeinschaften liegt im Handeln von Staatsanwalt Velásquez «außerhalb des Gerichtssaals». Am 10. Juli 2026, nur Stunden nach dem Freispruch, veröffentlichte der Staatsanwalt auf den offiziellen Plattformen der Staatsanwaltschaft von La Araucanía ein Video und Screenshots aus dem vorhergehenden Prozess, begleitet von Filmaufnahmen, die «vollkommen irrelevant für den aktuellen Fall» seien.

Der Brief beurteilt dieses Verhalten als «aktuelles, tendenzielles verleumderisches Handeln», das «bewusst den Freispruch schwerer Verbrechen auslässt» und darauf abzielt, «die soziale und mediale Verdammung unserer Autorität aufrechtzuerhalten».

Die Beschuldigung von Rassismus und institutioneller Kriminalisierung

Die Gemeinschaften weisen darauf hin, dass die Verbreitung dieses Materials «hauptsächlich von Gruppen kapitalisiert und verstärkt wurde, die historisch Hass und Rassismus in der Region Araucanía gefördert haben». Diese Synergie schafft, so die Vorwürfe, «ein Szenario der parallelen Kriminalisierung, das die soziale Koexistenz und das ordentliche Verfahren gefährdet, indem das verfolgende Organ als Werkzeug der rassistischen Stigmatisierung benutzt wird».

Der Brief erinnert an die Vorgeschichte von Staatsanwalt Velásquez in der Region, einschließlich des «Hagan-Falls», der zu einer millionenschweren Entschädigung wegen eines Justizfehlers führte, und den langen sowie missbräuchlichen Untersuchungshaftzeiten von Angehörigen, die später in verschiedenen Fällen freigesprochen wurden.

Der Aufruf zur Untersuchung und zum Schutz der Würde

Die Gemeinden fordern formell vom Staatsanwalt der Nation: a) die sofortige Rücknahme der Veröffentlichung vom 10. Juli in offiziellen Netzwerken; b) die Einleitung eines administrativen Verfahrens gegen Staatsanwalt Velásquez wegen «Verstößen gegen die Integrität, Nichteinhaltung der Objektivitätspflicht, Missbrauch öffentlicher Mittel und diskriminierender Behandlung auf ethnischer Grundlage»; und c) institutionelle Erklärungen zur Präsentation aus dem Kontext gerissener Beweise.

«Der Schutz der Würde eines Lonko steht nicht im Zusammenhang mit der Verteidigung eines zivilen, politischen oder vorübergehenden Amtes», betont der Brief. «Der Lonko hat eine permanente spirituelle, politische und soziale Autorität inne.» Die Gemeinschaften schließen mit den Worten: «Wir fordern, dass die Staatsanwaltschaft sich als Garantiegeber für den sozialen Frieden etabliert und nicht als Akteur im Krieg gegen das mapuche Volk».

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