Psychologen fordern Dialog: Regierungspolitik gegen Schulgewalt könnte fundamentale Rechte gefährden

Psychologenorganisationen in Chile warnen, dass die Regierungsprojekte zur Bekämpfung von Schulgewalt grundlegende Rechte gefährden und das Problem verschärfen könnten. Sie fordern einen Fokus auf präventive, restaurative Ansätze und psychische Gesundheit in Bildungsgemeinschaften und rufen zu einem breiten Dialog mit der Regierung auf.

Psychologen fordern Dialog: Regierungspolitik gegen Schulgewalt könnte fundamentale Rechte gefährden

Originalbeitrag: “Priorizan control y castigo en escuelas”: Colegio de Psicólogas y Psicólogos manifiesta preocupación y advierten riesgos por medidas del Gobierno


Psychologen in Chile warnen vor strafenden Maßnahmen in Bildungseinrichtungen

Der Colegio de Psicólogas y Psicólogos de Chile und die Asociación Gremial de Psicólogos Educacionales äußern ernsthafte Bedenken über die vom Regierung angekündigten Gesetzesprojekte zur Bekämpfung von Schulgewalt. Sie kritisieren den Fokus auf Kontrolle, Überwachung und Bestrafung.

Zu den Initiativen gehören die Überprüfung von Rucksäcken, strengere Strafen für Unterrichtsunterbrechungen, Einschränkungen beim Zugang zu kostenlosen Universitäten und die Verpflichtung, „mit unbedecktem Gesicht“ am Unterricht teilzunehmen. Diese Maßnahmen werden als Reaktion auf schwere Vorfälle, wie den Mord an einer Aufseherin in Calama und verschiedene Bedrohungen in Bildungseinrichtungen, eingeführt.

Dennoch warnen die Organisationen, dass solche Politiken fundamentale Rechte von Kindern und Jugendlichen, wie das Recht auf Privatsphäre, Nichtdiskriminierung und Zugang zu Bildung, verletzen könnten. Zudem würden sie Stigmatisierung und Kriminalisierung innerhalb der Schulgemeinschaften fördern.

In ihrer Erklärung betonen sie, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass punitive Strategien nicht nur begrenzte Auswirkungen haben, sondern auch das Unwohlsein, das Gefühl von Ungerechtigkeit und die Entfremdung von der Bildungsgemeinschaft verstärken, was riskantes Verhalten bei Jugendlichen vertiefen kann.

Zusätzlich hinterfragen sie, dass mehr Sicherheit durch strafende und ausschließende Logiken gefördert wird, wie etwa den Ausschluss von Bildungsleistungen, was ihrer Meinung nach stattdessen unter dem Gesichtspunkt der Reintegration und Reparatur angegangen werden sollte, nicht als zusätzliche Bestrafung.

Die Organisationen warnen auch, dass diese Maßnahmen die strukturellen Ursachen von Schulgewalt, wie Ungleichheit, die Prekarität des Bildungssystems und fehlende Ressourcen für psychosoziale Teams, nicht ansprechen.

In diesem Rahmen schlagen sie vor, präventive, formative und restorative Politiken zu priorisieren, die das Schulklima, die psychosoziale Unterstützung und die aktive Beteiligung der Bildungsgemeinschaften stärken.

Schließlich rufen sie die Exekutive und das Parlament dazu auf, einen umfassenden und verbindlichen Dialog zu führen, bevor rechtliche Reformen vorangetrieben werden, und betonen die Notwendigkeit von politischen Maßnahmen, die die Würde, das emotionale Wohlbefinden und die Menschenrechte der Schüler schützen.

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