Ich trete dafuer ein, dass el ciudadano weiterlebt

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Seitdem wir vor sieben Jahren unser journalistisches Abenteuer auf uns nahmen, ist es Anliegen unseres Verlags gewesen, ein freies und unabhaengiges Medium zu schaffen, das Tiefenwissen vermittelt, die Problematiken sozialer Bewegungen aufzuzeigen und Raum zu bieten fuer die Auseinandersetzung mit den Ideen der heutigen Gesellschaft. Unser Horizont ist ein diverser und pluraler Raum. Die Jahre sind verstrichen und wir sind ueber die Runden gekommen, trotz des medialen Systems in Chile, dass die Zirkulation von Ideen und Diskursen erschwert.

Trotz alledem befinden wir uns derzeit in einem wirtschaftlich schweren Moment, der unsere Kontinuitaet gefaehrdet. Wir moechten gerne mehr Ereignisse berichten, mehr Quellen veroeffentlichen, die unser Verstaendnis unserer Realitaet erweitern und wir moechten vertiefend ermitteln; Es sind jedoch unsere Ressourcen nicht nur knapp, diese Knappheit bedroht ernsthaft unsere Existenz.

Wir haben die minimale Zahl journalistischer Angestellte und weder genuegend Ressourcen, um allen denjenigen Anfragen gerecht zu werden, die uns erreichen, noch unsere eigenen Ideen zu berichten. Von Ausgabe zu Ausgabe zaehlen wir die Pesos, damit Sie uns am Kiosk lesen oder unsere Webseite aufrufen koennen. Sie kennen uns ja!

Sowohl in Chile als auch in der ganzen Welt durchleben wir derzeit tiefgreifende Veraenderungen. Das neoliberale Model, das sich die Mehrheit der Massenmedien erkauft hat, macht sich unglaubwuerdig und die soziale Bewegung erwacht nach Jahren der Lethargie. Dieser Vorgang ist komplex – Dennoch sehen wir, dass die Massenmedien nicht vom hegemoniellen Dogma des “Es gibt keine Alternative” festhalten. Die Gleichschaltung hat die Debatte ganzer Laender durchdrungen, hat die Politiker betroffen, in besonders starkem Ausmasse jedoch die Massenmedien.

Den alles umfassenden Vormarsch des Systems der Ungleichheit kann man nur erklaeren, wenn man auch die Kollaboration der Massenmedien in Betracht zieht. Deshalb ist heute, mehr denn je, eine wahrhaftig freie, nicht an wirtschaftlichen Interessen gebundene Presse notwendig.

Druckkosten haben bewirkt, dass die Loyalitaet der Zeitungsverlage eher auf Seiten der Werbetraeger als auf der der Leser liegt. Wir wissen alle, „Wer zahlt, bestimmt die Musik!“ und die chilenische Presse, die dieses System ueberlebt hat, ist diejenige, die dem sich-Verkaufen und, wenn noetig, Verschweigen gegenueber eingeknickt ist.

Wir hingegen sprechen uns deutlich fuer eine neue Medienwirtschaft aus. Wir moechten eben nicht den derzeitigen modus operandi, unsere Leser den Werbetraegern zu verkaufen, reproduzieren. Wir sind auch nicht damit einverstanden, dass Sie eines Tages beim Aufschlagen unserer Seiten eine Werbung fuer Hidroaysén sehen, oder unsere Webseite mit einem Ripley- oder Telefónica-Banner geschmueckt sehen. Das bedeutet aber, dass wir Sie, unsere Leser, darum bitten muessen, sich an unserer Finanzierung zu beteiligen, damit wir weiterhin Qualitaetsjournalismus bieten koennen.

Wir werden nicht den Preis auf unsere halbmonatliche Zeitung erhoehen, oder in unsere Webseite eine Zugangsschranke „Nur fuer Abonnenten“ einbauen. Der Journalismus, den wir machen, soll so weit es irgend moeglich ist, verbreitet werden und eben nicht von dem Inhalt Ihres Portemonnaies abhaengen.

Das Anliegen unseres Verlags ist es, kostenlos qualitative und breit gefaecherte Informationen zu bieten. Deshalb sind unsere Veroeffentlichungen auch als creative commons lizensiert. Wir stehen zu unserem Wort, dass sie zirkulieren sollen und dass sich dadurch auch die Problematiken, Ideen und Erfahrungen mitteilen, die die Maechtigen von heute mundtot machen moechten.

Diese Kampagne laedt Sie dazu ein, mitzutraeumen, sozusagen an einem einzigartigen Experiment der Pressegeschichte: Die Herstellung einer direkten Beziehung zu unserer Leserschaft, sodass ebendiese unsere Publikationen finanziert. Dazu bitten wir Sie um eine Zuwendung, die es uns erlauben wuerde, unser Schrift- und Onlinemedium zu erhalten, ohne dafuer unsere Verlagsintegritaet einzubuessen.

Wir haengen von keiner Regierung, keinem Financier und erst recht keinem Unternehmen ab, die uns die Entscheidung abnehmen, ob wir morgen noch weitermachen oder nicht.

Darauf sind wir stolz. Darauf wollen wir bauen.

Wenn von den etwa 90 000 Freunden, die wir auf Facebook haben, jeder etwa 5 € spenden wuerde, koennten wir davon mit Sicherheit noch ein Jahr wirtschaften. Wir sind ein unabhaengiges, kleines, aber hart arbeitendes Medium. In einer folgenden Kampagne werden Sie bewerten, in wie weit wir Ihren Anspruechen gerecht geworden sind.

Wir verpflichten uns dazu, unsere Unabhaengigkeit zu wahren, mehr qualitative Inhalte und investigativen Journalismus zu bringen und weiterhin, wie gewohnt, uns auch dem zu widmen, das Massenmedien verschweigen oder verkennen. Mir moechten mehr Stimmen Ausdruck verleihen, in noch komplexeren Hintergruenden ermitteln und den Qualitaetsjournalismus garantieren, der Chile so sehr fehlt.

Vielen Dank.

Das El Ciudadano-Team

ATENCIÓN  [email protected]

Los resultados generales de las donaciones se harán públicos en este mismo espacio de forma semanal.



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