Originalbeitrag: Ultraderechista De La Espriella se queda sin bandera: justicia colombiana ordena retirar símbolos patrios de su campaña
Kolumbianische Justiz verbietet ultrarechten De La Espriella die Nutzung nationaler Symbole in seinem Wahlkampf
Weniger als zwei Wochen vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien hat das Oberste Gericht von Bogotá entschieden, dass der ultrarechte Kandidat Abelardo De La Espriella schnellstens die Nationalflagge, das Wappen und alle nationalen Symbole aus seiner politischen Werbung entfernen muss.
Diese Entscheidung ist kein geringfügiger Rückschlag für seine Kandidatur, da seine Bewegung „Firmes por la Patria“ heißt und seine Kommunikationsstrategie darauf basiert, ein nationalistisches Gefühl ungerechtfertigt zu beanspruchen.
Die Entscheidung, die auf einem Antrag mit vorläufigen Maßnahmen von dem Bürger Dylan Lizarazo Ramos basiert, wurde vom Richter Rafael Albeiro Chavarro Poveda getroffen. Das Gericht war eindeutig und innerhalb von 24 Stunden muss De La Espriella alle Werbung, die nationale Embleme verwendet, entfernen.
„Die gesammelten Beweise zeigen, dass die auf sozialen Netzwerken verbreitete Wahlwerbung des Präsidentschaftskandidaten Abelardo Gabriel de la Espriella Otero und der bedeutenden Bürgergruppe ‚Defensores de la Patria‘ ein unangemessenes Verwenden nationaler Symbole in der politischen Kampagne darstellt“, hieß es in der gerichtlichen Entscheidung.
Das Urteil schadet nicht nur seinem öffentlichen Image, sondern deckt auch die populistischen Machenschaften des Ultrarechten auf. Sein Anwalt Germán Calderón Spanien kündigte jedoch an, dass er einen Antrag einreichen werde, um die vorläufige Maßnahme zu blockieren.
Doppelte juristische Niederlage
Das Geschehen am Obersten Gericht ist kein Einzelfall. In der vergangenen Woche hatte das Amtsgericht 120 für Strafsachen bereits dem Kandidaten verboten, das Trikot der kolumbianischen Nationalmannschaft bei seinen Wahlveranstaltungen zu verwenden. Richterin Aurora Forero war bei der Annahme eines Antrags von Wilmar Bocanegra entschieden: Die Sportkleidung hat sportliche, keine politische Zwecke. „In diesen Wahlzeiten ist es wichtig, die Rechte der gesellschaftlichen Gruppe zu schützen“, erklärte das Urteil und erinnerte daran, dass Kolumbien ein sozialer, demokratischer, partizipativer und pluralistischer Staat ist, berichtete Vanguardia.
Die wiederholte Nutzung des Nationalmannschaftstrikots – sogar während der Abstimmungen im Ausland – war eine absichtliche Strategie, die sein Gegner, der progressive Iván Cepeda vom Pacto Histórico, beim kolumbianischen Fußballverband angeprangert hatte und sogar eine Stellungnahme forderte.
Cepeda kritisierte die Instrumentalisierung des sportlichen Begeisters zu Wahlzwecken, eine Kritik, die nun durch die Justiz unterstützt wird.

Ohne Flagge und ohne Trikot: das symbolische Vakuum
Die Übereinstimmung beider gerichtlichen Beschlüsse bringt De La Espriella in eine unangenehme Lage: entblößt von den beiden stärksten Symbolen des kolumbianischen kollektiven Gedächtnisses. Seine Kampagne, die sich als Vertreter des Patriotismus positionieren wollte, ist vor den Wählern nackt geworden.
Die kolumbianische Justiz erinnerte den Ultrarechten daran, dass das Vaterland kein Privatbesitz irgendeines Präsidentschaftskandidaten ist.
Dennoch reagierte De La Espriella auf die Entscheidung des Richters am Obersten Gericht von Bogotá und anstatt den Befehl zu befolgen, rief er seine Anhänger dazu auf, weiterhin die Slogans und das Trikot der kolumbianischen Nationalmannschaft im Rahmen seiner Präsidentschaftskampagne zu verwenden.
„Ich brauche die Hilfe von jedem Einzelnen von euch. Jedes Handy, jedes Trikot der Nationalmannschaft, das ihr tragt, jedes Video, das ihr hochladet und ‚fest für das Vaterland‘ sagt, ist ein Schrei nach Freiheit“, erklärte er, zitiert von Publimetro Kolumbien.
