Originalbeitrag: Kast es quien autorizó la rebaja de penas a abusadores de menores y Rabat puso la firma
Die 56 Dekrete, die die Strafen für Verurteilte wegen sexueller Straftaten gegen Minderjährige reduzierten, tragen die Formulierung «auf Anordnung des Präsidenten der Republik». Der Justizminister, Fernando Rabat, setzte die Unterschrift um. Das Verfahren basiert auf einer administrativen Interpretation der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur Nichtanwendbarkeit des Gesetzes 21.421 auf bereits verurteilte Straftäter.
El Ciudadano
Details des Verfahrens
Die Kontroversen brachen aus, nachdem bekannt wurde, dass zwischen dem 11. März (Tag der Regierungsübernahme) und dem 13. September 2026 das Justizministerium 56 Dekrete zur Strafminderung erlassen hat. Davon betreffen 27 Personen, die wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt wurden, und 29 wegen Vergewaltigung. Die Anträge wurden von der Kommission zur Reduzierung von Strafen geprüft, von der Regionalministerialsekretariat (Seremi) verifiziert und von der Abteilung für soziale Wiedereingliederung untersucht. Letztendlich wurden sie «direkt durch das Ministerium auf Anweisung des Präsidenten der Republik» genehmigt, ohne dass ein spezieller Gerichtsbeschluss für jeden Einzelfall vorlag.
Justizminister Fernando Rabat bestätigte die Existenz der Dekrete und übernahm deren Unterzeichnung. Die Struktur des administrativen Aktes ist jedoch klar: Die formale Autorität liegt beim Präsidenten José Antonio Kast, der Minister handelt als sein Bevollmächtigter zur Unterzeichnung. In der Praxis bedeutet dies, dass Kast die Maßnahme genehmigte, während Rabat die Unterschrift auf den Dokumenten setzte.
Offizielles Argument: «Einhaltung von Urteilen»
Die Verteidigung der Regierung konzentriert sich darauf, dass es sich nicht um eine willkürliche politische Entscheidung handelt, sondern um die verpflichtende Einhaltung der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs. Minister Rabat erklärte, dass das Gesetz Nr. 21.421, das seit dem 9. Februar 2022 in Kraft ist, ausdrücklich Verurteilte wegen sexueller Straftaten gegen Minderjährige von der Möglichkeit ausschloss, Strafminderungen zu erhalten.
Das offizielle Argument besagt jedoch, dass das oberste Gericht durch verschiedene Klagen feststellte, dass diese Ausschlussregel nicht rückwirkend auf Straftaten angewendet werden kann, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes begangen wurden. Rabat stellte fest, dass «das Ministerium — selbst in dem jeweiligen Beschluss werden diese Urteile zitiert — die Doktrin, die das Oberste Gericht selbst durch diese Klagen aufgestellt hat, festgelegt hat». Unter dieser Logik hätte sich die Exekutive darauf beschränkt, «das Urteil durch einen administrativen Akt zu erfüllen», und die Unterschrift des Präsidenten wäre ein «reiner Verwaltungsakt» zur Einhaltung eines früheren Urteils.
Was jedoch nicht ausgesprochen wird und verborgen bleibt, ist, dass die Regierung diesen Beschluss nutzt, um zu vermeiden, durch die Justiz zu gehen und Kast direkt den Tätern und sexualverbrechern gegenüber Minderjährigen Vorteile zu gewähren.
Kritik: «Das Gesetz verpflichtet sie nicht»
Die Opposition hat diese Interpretation scharf kritisiert. Die ehemalige Regierungssprecherin Camila Vallejo erklärte, dass «das Gesetz sie nicht verpflichtet», die Strafminderungen zu gewähren, und beschuldigte die Exekutive, die Kriterien im Vergleich zu früheren Verwaltungen zu ändern. Laut Vallejo wurden sowohl im Boric- als auch im Piñera-Regime solche Anträge systematisch abgelehnt, was die Verurteilten zwang, die Justiz aufzusuchen, um den Vorteil zu erhalten.
Der ehemalige Justizminister Jaime Gajardo verstärkte diese Ansicht und erklärte, dass «unser Kriterium war, abzulehnen» und dass die vorherige Regierung in den Gerichten kämpfte, um die Strafminderungen zu verhindern. Gajardo warf der jetzigen Verwaltung vor, diese durch administratives Verfahren zu gewähren, ohne auf ein Urteil von Fall zu Fall zu warten, wodurch «verbrecherische Aktivitäten erleichtert werden».
Die Kontroversen haben auch eine rechtliche Diskrepanz offengelegt. Obwohl Rabat eine «Doktrin» des Obersten Gerichtshofs anruft, hat das Oberste Gericht auch gegenteilige Urteile gefällt. Im März 2026 wies das Oberste Gericht einen ähnlichen Antrag auf Schutz zurück und stellte fest, dass die Minderung ein Vorteil und kein erworbenes Recht ist, weshalb die Ausschlussregel aus dem Gesetz von 2022 Anwendung finden sollte.
Politische Konsequenzen
Der Fall hat im Kongress für Aufregung gesorgt. Die Kommunistische Partei kündigte an, Minister Rabat zur Rechenschaft ziehen zu wollen, um das Verfahren zu erläutern, während Abgeordnete aus anderen Sektoren die Identität der 56 Begünstigten und die Gründe für jedes Dekret einforderten. Die Kinderombudsstelle wies die Maßnahme ebenfalls zurück und bezeichnete sie als «Rückschritt für den effektiven Schutz» von Minderjährigen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das administrative Verfahren mit der Unterschrift von Rabat unter der Formel «auf Anordnung des Präsidenten» abgeschlossen wurde, die Legitimität dieses Akts und die Interpretation der zugrunde liegenden Rechtsprechung jedoch nach wie vor Gegenstand intensiver politischer und rechtlicher Debatten sind.
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